Bilanz des Kinderschutzdienstes:

Immer mehr Jungen sind von sexuellem Missbrauch betroffen

Presseinformation

 

Bilanz des Kinderschutzdienstes:

Immer mehr Jungen sind von sexuellem Missbrauch betroffen

 

Der Kinder- und Jugendschutzdienst „Hautnah“ des Mitmenschen e.V. wurde auch im Jahr 2013 stark nachgefragt. „Wir hatten im vergangenen Jahr erneut etwa 200 Fälle zu verzeichnen“, berichtet die Leiterin Manuela Liebsch-Brück. Damit setze sich das hohe Niveau aus den Vorjahren fort. Bemerkenswert sei, dass immer mehr Jungen von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Zudem gestalteten sich die Problemlagen der Kinder und Jugendlichen immer komplexer: Zu Konflikten in der Familie kommen häufig schulische Probleme und Auseinandersetzungen mit Altersgenossen.

 

Der Kinder- und Jugendschutzdienst hat deshalb im vorigen Jahr seine Präventionsarbeit verstärkt. „Es ist sehr wichtig, möglichst viele Menschen für das Thema Gewalt gegen Kinder zu sensibilisieren“, formuliert Dr. Jürg Kasper vom Vorstand des MitMenschen e.V. das Ziel. Deshalb ist das Team in Kindertagesstätten und Schulen unterwegs, um einerseits die Kinder und andererseits Lehrer und Erzieher zu informieren. Im vorigen Jahr nahmen mehr als 200 Kinder an solchen Veranstaltungen teil.

 

Zusätzlich koordiniert der Kinder- und Jugendschutzdienst die Notinseln. Inzwischen gibt es in Erfurt rund 600 dieser Fluchtpunkte, die Kindern im Notfall helfen können. Neu dabei sind unter anderem das Einkaufszentrum Anger 1, die Arbeitsagentur und der Melchendorfer Markt. Die Fahrer der EVAG wurden 2013 wiederholt dazu geschult, so dass auch die Busse und Bahnen im Stadtgebiet als Notinseln zur Verfügung stehen. „Damit ist ein Netzwerk des Hinsehens und der Hilfe entstanden“, betont Dr. Jürg Kasper. Es sorge letztlich für eine höhere Sensibilität der Öffentlichkeit beim schwierigen Thema Gewalt gegen Kinder.

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